Der Lateinunterricht hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Einst war er ein isolierter, auf sich selber konzentrierter Sprachlehrgang. Heute versteht er sich als Netz zwischen den Fächern, als untrennbare Einheit von Kultur- und Sprachunterricht. So greift sein Potenzial in andere Fächer über. Lateinunterricht hört nicht mit der Lektüre klassischer Autoren auf. Er öffnet sich für lateinische Texte bis in die Neuzeit – von Liebesgedichten über philosophische Abhandlungen, technische Texte bis etwa zu Zeugnissen über Hexenverbrennung. Die Begegnung von Antike und Erlebniswelt der Schülerinnen und Schüler gibt eine grundlegende Verständnis- und Orientierungshilfe für die heutige Zeit. Die Entzifferung der Inhalte ist indessen nur möglich, wenn man solide Kenntnisse der sprachlichen Strukturen mit scharfer Analyse verbinden kann. Beides bildet wiederum eine Grundlage für das Erlernen anderer Sprachen. Latein versteht sich als Teil der modernen Fremdsprachendidaktik. Mit den heutigen Lehrmitteln ist zusätzlich ein nach Leistungsstärke differenzierter Unterricht möglich.