Wer in der Schule Latein wählt, gehört zu den Besten bei der Matur und den Erfolgreichsten im Studium. Kürzlich haben Untersuchungen diesen Zusammenhang wieder erwiesen. Während in Deutschland Schulen mit Latein Rekordzulauf verzeichnen, ist das Latein in der Schweiz weiterhin bedroht. Vor einem Jahrzehnt hat eine Maturitätsreform das Fach nämlich ins Abseits gestellt.
Jetzt steht die Harmonisierung der kantonalen Bildungssysteme (HarmoS) an. Gleichzeitig entstehen neue Lehrpläne, auch fürs Gymnasium. Die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn streben einen einheitlichen Bildungsraum Nordwestschweiz an. Leider besteht bei einigen Architekten des Bildungsraumes der Wille, die Sekundarstufe I (jetzige Klassen 7–9) einzuebnen. Man möchte das Fächerangebot demzufolge in allen Niveaus gleich halten, um den Übergang von einem einfacheren Niveau in ein anspruchsvolleres zu erleichtern. Man befürchtet, sonst die Durchlässigkeit zu gefährden. Deshalb will man das Latein erst im Gymnasium und nur als Freifach anbieten.
Aber die Zeit am Gymnasium, das auf die Sekundarstufe I folgt, ist extrem kurz. Fächer wie Latein erfordern einen längeren Aufbau. Deshalb muss das notwendige Basiswissen schon ab Sekundarstufe I erarbeitet werden.
Dort entfaltet es auch seinen grössten Nutzen, beim elementaren Sprachenlernen. Diese Broschüre zeigt auf, welch grossen Vorteil das Latein den Schülerinnen und Schülern bringt. Sie begründet die Forderung: Latein muss im Bildungsraum Nordwestschweiz auf Sekundarstufe I im Stundenplan der leistungsstärkeren Niveaus als attraktives, promotionswirksames Wahlpflichtfach verankert werden.
Arbeitsgruppe ‘Latein macht Schule’
im Namen der Fachversammlungen der Lateinlehrkräfte in den vier Kantonen AG, BS, BL und SO
